Anna-Lena Friedsam hält die deutsche Fahne beim NÜRNBERGER Versicherungscup hoch

Rheinland-Pfälzerin gewinnt deutsches Duell gegen Andrea Petkovic – Barthel, Lisicki und Niemeier ausgeschieden

(Nürnberg, 22.05.2019) Nach diesem Sieg ist Anna-Lena Friedsam die große Hoffnungsträgerin der deutschen Tennisfans beim NÜRNBERGER Versicherungscup 2019. Die 25-Jährige hat mit einem rundum überzeugenden 6:3, 6:1 über ihre Landsfrau Andrea Petkovic erstmals seit ihrer Schulterverletzung wieder das Viertelfinale eines WTA-Turniers erreicht.

Kurios: Ihr letztes Viertelfinale spielte Friedsam auch in Nürnberg. Im Jahr 2016 unterlag sie beim NÜRNBERGER Versicherungscup gegen Annika Beck.

Die Rheinland-Pfälzerin dominierte die Partie gegen Petkovic besonders über ihr Service. Sie servierte sieben Asse, ihr härtester Aufschlag brachte 175km/h auf die Anzeigetafel und Friedsam katapultierte 88 Prozent der ersten Aufschläge ins Feld. „Anna-Lena hat heute wahnsinnig gut serviert. Das habe ich so bei ihr noch nicht gesehen. Dadurch hatte ich viel Druck bei meinem Aufschlag und habe das nicht so gut gehandelt. Sie war aber viel besser in den ersten beiden Schlägen,“ analysierte Petkovic und gratulierte Friedsam zu einer bärenstarken Vorstellung. „Ich habe heute die Ecken sehr gut gefühlt und viele erste Aufschläge ins Feld gebracht. Aber ich habe auch genau dafür viel getan. Wahrscheinlich habe ich 2016 das letzte Mal so gut serviert,“ meinte die „Comebackerin“, die auf Weltranglistenposition 523 ins Turnier gegangen ist und sich mindestens um rund 150 Plätze verbessern wird. In ihrem Viertelfinale am Donnerstag will Friedsam nun auch die an eins positionierte Yulia Putintseva ärgern. „Yulia ist eine komplett andere Spielerin, auf die mich sehr gut einstellen muss. Ich muss sie bis zum letzten Punkt hartnäckig bekämpfen“, blickt Friedsam voraus.

Die kampfstarke Kasachin Putintseva hatte sich in ihrem Achtelfinale gegen die in Rosenheim lebende Mona Barthel mit 7:6 (8), 6:1 behaupten können. Barthel holte im Duell mit der Nummer eins des Turniers in einem dramatischen ersten Satz einen 0:3-Rückstand auf, wehrte insgesamt sechs Satzbälle ab verlor den Durchgang aber dennoch mit 8:10 im Tiebreak. Satz zwei dominierte die Favoritin dann klar. „Der erste Satz war unheimlich intensiv. Das war sicherlich der entscheidende Moment im Match. Sie hatte dadurch etwas mehr Selbstvertrauen. Aber letztlich war es ein Match auf gutem Niveau und ich hoffe in den nächsten Wochen ein paar Dinge noch besser zu machen. Erstmal freue ich mich aber auf das Doppel. Ich möchte schließlich noch etwas in Nürnberg bleiben“, sagte Barthel, die heute im Doppel-Viertelfinale an der Seite von Anna-Lena-Friedsam gegen Alexa Guarachi (Chile) und Sabrina Santamaria (USA) spielt.

Lisicki verpasst vor Heimpublikum Befreiungsschlag

Sabine Lisicki und Jule Niemeier haben ihre bereits am Dienstag begonnenen Auftaktspiele verloren. Niemeier unterlag bei ihrer Premiere in einem WTA-Hauptfeld gegen Kristyna Pliskova mit 1:6, 3:6. Sabine Lisicki wurde für ihren großen Kampf gegen Ajla Tomljanovic nicht belohnt. Trotz der großartigen Unterstützung des treuen Nürnberger Publikums zog die Berlinerin mit 2:6, 5:7 den Kürzeren. „Es ist nach so einem Spiel natürlich schwer das Positive zu sehen. Aber man kann es sich nicht aussuchen. Die Fans haben mir jedenfalls sehr viel Kraft gegeben und solange die Leidenschaft da ist, werde ich weiterkämpfen. Mir fehlt einfach ein Sieg, damit der Knoten platzt“, resümierte Lisicki.