Anna-Lena Friedsam scheitert in einem echten Tennis-Drama

Letzte deutsche Spielerin scheidet im längsten Spiel der Turnierhistorie des NÜRNBERGER Versicherungscups aus

(Nürnberg, 23.05.2019) – Es war eines der spektakulärsten Matches, die der NÜRNBERGER Versicherungscup je erlebt hat – nur das Ergebnis war am Ende nicht nach dem Geschmack der rund 2000 Tennisfans auf der Anlage des 1. FC Nürnberg. Anna-Lena Friedsam kämpfte gegen Yulia Putintseva im längsten WTA-Match des Jahres und in der längsten Begegnung der Turniergeschichte des NÜRNBERGER Versicherungscups über drei Stunden und 21 Minuten, verlor am Ende aber hauchdünn mit 5:7, 7:6 (5) und 6:7 (2). Friedsam ist damit als letzte Deutsche in Nürnberg ausgeschieden.

Die 25-Jährige zeigte fraglos die beste Leistung seit ihrem Comeback nach einer schweren Schulterverletzung und riss die Nürnberger Tennisfans phasenweise von ihren Sitzen. Beide Spielerinnen begeisterten mit variantenreichem Spiel, zeigten viel Kreativität und begeisterten mit schier grenzenlosem Kampfgeist und Einsatzbereitschaft. Dennoch war Friedsam nach einer der emotionalsten Partien ihrer Karriere untröstlich, dass ihr beherztes Match am Ende unbelohnt blieb. „Das war ein absolutes Mega-Match, enorm intensiv auf hohem Niveau. Es ist einfach nur schade, dass es nicht gereicht hat“, meinte Friedsam, die sich nach mehreren Breaks im zweiten und dritten Satz immer wieder zurückkämpfte. Am Ende fehlte der Rheinland-Pfälzerin nur das nötige Quäntchen Glück. Und das galt auch für ihr anschließendes Doppel-Viertelfinale: An der Seite von Mona Barthel verlor Friedsam trotz Satzführung gegen Alexa Guarachi (Chile) und Sabrina Santamaria (USA) mit 6:1, 2:6, 8:10.

Putintseva duelliert sich erneut mit Cirstea

Yulia Putintseva feiert derweil am Freitag ihre Halbfinal-Premiere in Nürnberg und bekommt es mit der Rumänin Sorana Cirstea, die nach 2017 schon zum zweiten Mal in der Vorschlussrunde beim NÜRNBERGER Versicherungscup steht, zu tun. Die 29-Jährige lag gegen die serbische Qualifikantin Nina Stojanovic schon mit einem Satz und einem Break zurück, gewann am Ende aber doch mit 4:6, 6:4, 6:2.

Die Tennisfans dürfen sich erneut auf eine sehr leidenschaftliche Auseinandersetzung freuen: „Ich bin sehr emotional auf dem Platz. Ich versuche schon deutlich positiver zu sein, aber das gelingt mir nicht immer. Physisch geht es mir gut. Solche langen Matches bin ich mittlerweile schon gewöhnt. Das passiert mir ja öfter“, sagte Putintseva, der die Erleichterung über ihren Sieg beim anschließenden Pressegespräch deutlich anzumerken war. Cirstea und Putintseva stehen sich im Halbfinale bereits zum fünften Mal auf der WTA-Tour gegenüber. In der Bilanz steht es 2:2. Vor zwei Jahren setzte sich Cirstea im Viertelfinale von Nürnberg mit 6:3, 3:6, 6:4 gegen die Kasachin durch.

Zidansek fordert Siniakova

Schadlos hielt sich auch Katerina Siniakova. Die hoch talentierte 23-jährige Tschechin brauchte zum zweiten Mal in Folge einige Zeit bis sie zu ihrem Spiel fand. Gegen Madison Brengle stand Siniakova, die die Nummer eins der Doppel-Weltrangliste ist, zunächst auf verlorenem Posten, kam aber immer besser in Fahrt und gewann beim 1:6, 6:4 und 6:0 am Ende acht Spiele in Folge. „Ich hätte in den letzten beiden Matches auch erst zum zweiten Satz kommen können“, sagte Siniakova mit einem Schmunzeln. „Die Saison war bisher nicht einfach. Deshalb bin ich froh, dass ich hier drei enge Matches in Folge gewinnen konnte“, meint die Tschechin, die mit viel Selbstvertrauen ins zweite Semifinale gegen die aufstrebende Tamara Zidansek geht. Die 21-jährige Slowenin bezwang die ein Jahr ältere Russin Veronika Kudermetova in einem echten “Late Night-Krimi” mit 6:4, 2:6, 6:3. Um 20.57 Uhr verwandelte Zidansek ihren zweiten Matchball und erreichte ihr drittes WTA-Halbfinale ihrer Karriere.